Sustainable Development Goals – wo steht Österreich?
Agenda 2030 und 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung – diese Begriffe kommen auf, wenn über Green Economy und Sustainability im globalen Kontext gesprochen wird. Was bedeutet das konkret für Österreich? Wo stehen wir in der Erreichung dieser Zielsetzungen und wie können wir uns einer klimagerechten Zukunft annähern? Vor nunmehr fast 10 Jahren, am 25. September 2015, wurde die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) von allen 193 Mitgliedstaaten verabschiedet. Diese enthält die oben stehenden 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung, welche soziale, ökologische und ökonomische Aspekte umfassen.
Laut SDG Watch Austria wurde in diesem Vorhaben erkannt, dass „verschiedene Probleme überall und gleichzeitig angegangen werden müssen. Die Universalität der Agenda besagt, dass alle Ziele für alle Länder gelten. Die Verantwortung für die Umsetzung der Ziele liegt also sowohl im Inland als auch
auf internationaler Ebene.“
SDG 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen
Dass eine klimagerechte Zukunft nicht ohne Geschlechtergerechtigkeit auskommen kann, wird durch Ziel Nummer 5 – Gender Equality – definiert:
Alle Formen der Diskriminierung von Frauen und Mädchen müssen beendet werden. Gewalt gegen Frauen und Mädchen im öffentlichen und im privaten
Bereich muss unterbunden werden. Weitere Unterziele sind die Anerkennung und Wertschätzung unbezahlter Pflege- und Hausarbeit durch die Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen und Infrastrukturen, Sozialschutzmaßnahmen und die Förderung geteilter Verantwortung innerhalb des Haushalts und der Familie. Außerdem soll sichergestellt werden, dass Frauen wirksam und vollständig am politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Leben teilhaben können. Die Chancengleichheit bei der Übernahme von Führungsrollen auf allen möglichen Ebenen der Entscheidungsfindung ist dafür fundamental.
Zwischenstand der Staatengemeinde und Status Quo Österreichs
Wie sieht es mit der Erreichung dieser Zielsetzungen nach zwei Dritteln der Laufzeit der Agenda 2030 global und in Österreich aus?
Laut des Sustainable Development Report 2023 der UN liegt die Staatengemeinde bei der Erreichung von Geschlechtergleichheit bis zum Jahr 2030 weit hinter ihren Zielvorgaben. Im derzeitigen Tempo wird es weitere 300 Jahre dauern, bis Kinderheirat abgeschafft ist; 286 Jahre, um den vollständigen
gesetzlichen Schutz für Frauen und Mädchen zu garantieren und diskriminierende Gesetze abzuschaffen und – laut den neusten Zahlen der UN – 176 Jahre, um gleiche Repräsentation in Führungspositionen in der Arbeitswelt zu erreichen.
Österreich belegt unter 166 bewerteten UN-Mitgliedern einen erfreulichen 5. Platz bei der Gesamtumsetzung der Agenda 2030, wie der Bericht zeigt.
Vermehrte Anstrengungen brauche es dennoch nach wie vor, besonders bei der Nachhaltigkeit in Konsum und Produktion, bei dem Schutz von
Ökosystemen sowie der Bekämpfung des Klimawandels und seinen Folgen. Aber auch die Gleichstellung der Geschlechter ist in Österreich noch nicht
erreicht. Geschlechtergerechtigkeit ist und bleibt ein wichtiges Thema, an dem auf vielen Ebenen gearbeitet werden kann und muss: individuell, strukturell und von Unternehmen. Um die genannten Herausforderungen für unsere Zukunft zu bewältigen, braucht es die aktive Mitwirkung von Frauen in Entscheidungspositionen.
Quellen:
Über die SDGs | SDG Watch Austria
The-Sustainable-Development-Goals-Report-2024.pdf
Österreich bei „Agenda 2030“-Umsetzung auf Platz 5 (PK0764/01.07.2024) | Parlament Österreich